Asma bint Abu Bakr radiallahu ’anha


Die Geschichte von Hadhrat Asma bint Abu Bakr radiallahu ’anha


Hadhrat Asma bint Abu Bakr radiallahu ’anha war die Tochter von Abu Bakr radiallahu ’anhu, Mutter von HadhratAbdullah bin Subair radiallahu ’anhu und Halbschwester von Hadhrat ’Aischa radiallahu ’anha. Sie ist eine der berühmten Frauen ihrer Zeit. Sie war die achtzehnte Person, die Islam annahm. Sie war siebenundzwanzig Jahre alt, zu der Zeit der Auswanderung (Hidschra).

Nach der Migration von Mekka, nachdem der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam und Hadhrat Abu Bakr radiallahu ’anhu Madina sicher erreicht hatten, schickten sie Hadhrat Said radiallahu ’anhu und einen anderen Sahaba, um ihre Familien von Mekka zu holen. Hadhrat Asma radiallahu ’anha kam nach Madina mit Hadhrat Abu Bakrs radiallahu ’anhu Familie. Als sie Quba erreichte, gab sie Geburt zu HadhratAbdullah bin Subair radiallahu ’anhu, das erste muslimische Baby, das seit der Auswanderung (Hidschra) geboren wurde. Zu dieser Zeit herrschte große Armut, aber trotz der Armut haben diese Leute ein Beispiel für Mut und Opferbereitschaft gegeben.

In Bukhari hat Hadhrat Asma radiallahu ’anha selbst ihre Geschichte erzählt: „Als ich Hadhrat Subair radiallahu ’anhu heiratete, hatte er weder Geld noch Eigentum und auch keinen Diener um für ihn zu arbeiten. Er besaß nur ein Kamel, um Wasser zu transportieren und ein Pferd. Ich brachte das Gras als Futter für das Kamel und kleingestampfte Dattelkerne, um es zu füttern. Ich brachte Wasser vom Brunnen und flickte die Körbe selbst, wenn nötig, ich versorgte das Pferd selbst mit Futter und erledigte alle Hausarbeiten.

Das Pferd zu versorgen war die schwierigste aller Arbeiten. Ich konnte nicht gut backen, deswegen, nachdem ich den Teig geknetet hatte, brachte ich ihn zu einer der Frauen der Ansar, die in meiner Nachbarschaft lebten, sie waren aufrichtige Frauen, die für mich Brot davon backten. Als wir in Madina ankamen, teilte der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam ein Stück Land an Hadhrat Subair radiallahu ’anhu zu, dieses war zwei Meilen von der Stadt. Ich brachte Dattelsteine auf meinem Kopf von dort.

Eines Tages, als ich wieder so ging, mit den Dattelsteinen in einem Tuch eingewickelt auf dem Kopf, traf ich den Propheten sallallahu ’alaihi wassallam mit einer Gruppe von Ansar auf diesem Weg. Er stoppte sein Kamel. Von seiner Geste verstand ich, dass er mich aufsteigen lassen wollte. Ich schämte mich mit Männern zu gehen und ich erinnerte mich auch, dass Hadhrat Subair radiallahu ’anhu sehr empfindlich war in dieser Sache. Der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam verstand mein Zögern und ließ mich allein. Als ich mein Haus erreichte, berichtete ich die Geschichte zu Hadhrat Subair radiallahu ’anhu und erklärte ihm, dass ich wegen meiner eigenen Schüchternheit und seiner Empfindlichkeit nicht Nutzen von dem Angebot des Propheten sallallahu ’alaihi wassallam gemacht hatte.

Er sagte: ‚Bei Allah, ich bin über dein Tragen der Last, über solch eine lange Strecke empfindlicher, aber ich kann es nicht ändern.’ (Tatsächlich waren die Sahaba mit ihrer Bemühung im Weg von Allah ta’ala so beschäftigt, dass alle weiteren Arbeiten von den Frauen erledigt werden mussten.) Später einmal brachte Hadhrat Abu Bakr radiallahu ’anhu zu uns einen Bediensteten, den der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam ihm gegeben hatte. So wurde ich von der Pflege des Pferdes entlastet, das für mich wirklich sehr hart gewesen war.“ (Bukhari, Fattah)

Anmerkung: Die Gewohnheit der Araber früher und auch heute war es die Dattelkerne klein zu hacken und in Wasser einzuweichen, um es dann an die Tiere zu verfüttern.


Hadhrat  Abu Bakr radiallahu ’anhu nimmt sein Geld bei seiner Auswanderung mit und Hadhrat Asma radiallahu ’anha besänftigt ihren Großvater

Als Hadhrat Abu Bakr radiallahu ’anhu nach Madina zusammen mit dem Propheten sallallahu ’alaihi wassallam auswanderte, nahm er sein ganzes Geld mit sich und dachte, dass der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam es benötigen könnte. Es waren 5.000 bis 6.000 Dirham. Nach seiner Abreise kam sein Vater Abu Quhafa radiallahu ’anhu, der blind war und bis dahin noch nicht den Islam angenommen hatte, um seine Sympathie seinen Enkelinnen auszudrücken.

Als er dort ankam sagte er bemitleidend: ‚Euer Vater hat euch mit seiner Migration nach Madina entsetzt und es scheint so, als ob er euch in weitere Schwierigkeiten gebracht hat, indem er sein ganzes Geld mit sich nahm.’ Asma sagte: ‚Nein Großvater, sorge dich nicht. Er hat eine Menge Sachen für uns gelassen.’ Ich sammelte einige Kieselsteine und legte sie in die Nische, in der mein Vater pflegte, sein Geld zu legen. Ich bedeckte es mit einem Tuch. Ich nahm dann meinen Großvater zu dem Platz und legte seine Hand auf das Tuch. Er dachte, dass die Nische wirklich voll war von Dirham. Er erwähnte: ‚Es ist gut, dass er etwas gelassen hat, damit ihr davon leben könnt.’ Hadhrat Asma sagte: „Ich schwöre bei Allah, mein Vater hatte nicht ein einzigen Dirham für uns gelassen. Ich spielte diesen Trick nur, um meinen Großvater zu beruhigen.“ (Masnat Ahmed)

Anmerkung: Betrachte dieses tapfere muslimische Mädchen. Genau genommen benötigten die Mädchen mehr Trost als ihr Großvater. Normalerweise hätten sie das Recht, sich bei ihrem Großvater über ihre Bedürftigkeit zu beschweren, das wäre auch normal, denn es gab keinen anderen außer ihm, der ihnen helfen konnte; da sie vom Vater getrennt waren und es gab auch sonst niemanden der sich um ihren Lebensunterhalt kümmern würde. Außerdem waren die Mekkaner ihre Feinde und sie hatten keinen Kontakt mit ihnen. Aber Allah ta’ala hatte den muslimischen Männern und Frauen jener Tage solch eine Gemütsverfassung gegeben, dass alle ihre Taten beneidenswert sind.

Hadhrat Abu Bakr radiallahu ’anhu war durchaus eine wohlhabende Person und ein großer Geschäftsmann am Anfang, aber er gab immer großzügig im Weg von Allah ta’ala aus. Zu der Zeit von Tabuk trug er alles herbei, was er besaß (dieses haben wir bereits im Kapitel VI, 4. Geschichte gelesen.) Der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam sagte einmal: „Der Reichtum von niemanden hat mir so viel Vorteile gebracht, wie das von Hadhrat Abu Bakr radiallahu ’anhu. Ich habe jedem für das Gute, was er mir getan hat ausgezahlt, ausgenommen Hadhrat Abu Bakr radiallahu ’anhu. Er wird von Allah ta’ala selbst entschädigt.“


Hadhrat Asmas radiallahu ’anha wohltätige Ausgabe

Hadhrat Asma radiallahu ’anha hatte ein sehr großes Herz für die Ausgaben im Weg von Allah ta’ala. Am Anfang pflegte sie vorsichtig abzumessen und abzuwiegen. Einmal sagte der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam zu ihr: „O Asma gebe nicht mit messen aus, sondern gebe im Weg von Allah ta’ala großzügig aus.“

Danach fing sie an, sehr großzügig auszugeben. Sie wies ihre Töchter und Hausmädchen an: „Wartet nicht bis ihr Überschuss habt, bevor ihr im Weg von Allah ta’ala ausgebt. Da die Anforderungen steigen, in der Hoffnung etwas zu haben, der Überfluss wird immer entfernter und die Zeit für die Ausgabe im Weg von Allah ta’ala kommt nie. Erinnere dich daran, dass du nicht verlierst, wenn du in der Nächstenliebe ausgibst.“ (Tabkat)

Anmerkung: Obgleich diese Leute arm waren und von der Hand in den Mund gelebt haben, dennoch waren sie sehr freigiebig in der Ausgabe für Allah und vom Herzen großzügig. Die Muslime beschweren sich heute über ihre Armut, aber es gibt wohl keine Gruppe unter ihnen, die Steine auf ihre Bäuche binden, oder die mehrere Tage hintereinander hungern müssen.

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