Einige Erreignisse (Geschihten) von Hudaibia


Der Waffenstillstand von Hudaibia und die Geschichte von Abu Dschandal radiallahu ’anhu und Abu Basier radiallahu ’anhu

In sechsten Jahr nach der Auswanderung (Hidschra) brach der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam zusammen mit seinen Sahaba auf, um mit ihnen die ’Umra-Reise (Besuch der heiligen Stätten) nach Mekka durchzuführen. Die Quraisch hörten von der Neuigkeit und entschieden Mohammeds sallallahu ’alaihi wassallam Eintritt in Mekka, selbst auch nur als ein Pilger, zu verhindern. So musste der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam bei Hudaibia kampieren. Die ergebenen Sahaba, 1400 an der Zahl jedoch, waren fest entschlossen Mekka zu betreten, selbst wenn es einen offenen Kampf bedeuten würde, aber der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam sah die Sache anders und obwohl die Sahaba zum Kampf bereit waren, ging er mit den Quraisch einen Vertrag ein und nahm ihre Bedingungen voll an.

Dieser einseitige und scheinbar ungnädige Waffenstillstand war eine sehr bittere Pille, die die Sahaba schlucken mussten, aber wegen ihrer Ergebenheit zum Propheten sallallahu ’alaihi wassallam erlaubten sie sich nicht, bei seiner Entscheidung anderer Meinung zu sein. Sogar solch ein tapferer Mann wie ’Umar radiallahu ’anhu konnte nichts anderes tun, als seiner Meinung zuzustimmen. Entsprechend einem der Artikel des Vertrags, waren die Personen, die Islam während der Periode des Waffenstillstandes annahmen, und auswandern würden, zurückzuschicken nach Mekka; falls aber jemand von den Muslimen Islam wieder verlassen würde, braucht er nicht zurückgeschickt werden.

Abu Dschandal radiallahu ’anhu, ein Muslim in Mekka, erlitt große Folterungen unter den Händen der Quraisch. Sie hielten ihn ständig in Ketten. Als er über die Ankunft des Propheten sallallahu ’alaihi wassallam in Hudaibia hörte, entkam er irgendwie und schaffte es, das muslimische Lager zu erreichen, zu einer Zeit als der Waffenstillstand noch nicht komplett geschrieben worden war. Er kam in der Hoffnung Unterstützung zu finden und von den Folterungen befreit zu werden. Sein Vater, Suhail (zu der Zeit noch nicht Muslim, er wurde erst nach der Eroberung Mekkas Muslim) war der Abgesandte der Quraisch in den Vermittlungen für den Waffenstillstand. Er schlug Abu Dschandal radiallahu ’anhu ins Gesicht und bestand darauf, ihn nach Mekka zurückzunehmen. Der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam wandte ein, da der Waffenstillstand bis dahin noch nicht zustande gekommen war, würde er nicht auf Abu Dschandals Fall zutreffen. Suhail jedoch hörte keinem seiner Argumente zu und war nicht bereit, seinen Sohn bei den Muslimen zu lassen, sogar auch auf persönliche Bitte des Propheten sallallahu ’alaihi wassallam war er nicht dazu bereit, sondern blieb fest auf seinem Standpunkt. Abu Dschandal radiallahu ’anhu beschwerte sich mit lauter Stimme bei den Muslimen: „Ich bin als Muslim hier gekommen, nachdem ich viele Folterungen ausgehalten habe und jetzt werde ich wieder zurückgeschickt.“ Wie schwer dieser Moment für die Muslime war und was in ihren Herzen vorgegangen ist, weiß nur Allah ta’ala. Der Propheten sallallahu ’alaihi wassallam riet ihn zurückzugehen, rief ihn dabei zur Geduld auf und sagte ihm: „Verliere nicht die Hoffnung, Abu Dschandal radiallahu ’anhu, Allah ta’ala öffnet in Kürze einen Ausweg für dich.”

Nachdem der Waffenstillstand unterzeichnet war und der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam nach Madina zurückgekehrt war, ist ein anderer Sahaba, Abu Basier radiallahu ’anhu Muslim geworden und nach Madina geflohen. Der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam lehnte sein Anliegen ab und mit Rücksichtnahme auf den Waffenstillstand übergab er ihn den zwei Personen, die durch die Quraisch geschickt worden waren, um ihn zurückzubringen. Abu Basier radiallahu ’anhu sagte: „O Prophet von Allah, ich bin als Muslim gekommen und du schickst mich wieder in die Hände der Ungläubigen (Kafirun).“ Er beriet ihn jedoch, genauso wie er Abu Dschandal radiallahu ’anhu geraten hatte geduldig zu sein und die Hilfe von Allah ta’ala abzuwarten. Dann machten sich Abu Basier radiallahu ’anhu und seine Begleiter auf den Weg zurück nach Mekka. Als Abu Basier radiallahu ’anhu zu einem von ihnen sagte: „Freund, dein Schwert ist sehr fein.” Der Mann war geschmeichelt, nahm es aus dem Schaft und antwortete: „Ja es ist wirklich sehr fein und ich habe es an vielen Personen ausprobiert.“ Das sagend übergab er Abu Basier radiallahu ’anhu das Schwert, dieser „probierte” es sofort an seinem Besitzer aus und tötete ihn. Der andere Mann sah, dass sein Kollege getötet worden war und bekam Angst um sein eigenes Leben, lief weg und erreichte Madina, um sich bei Mohammed sallallahu ’alaihi wassallam zu beschweren: „Mein Kollege ist bereits Tot und jetzt bin ich an der Reihe.“ Mittlerweile kam Abu Basier radiallahu ’anhu auch an. Er sagte zum Propheten sallallahu ’alaihi wassallam: „O Prophet von Allah, du hast mich einmal zurückgeschickt und damit die Bedingungen des Friedenspaktes erfüllt. Ich hatte keine Verpflichtung diesen Leuten gegenüber, die mich von meinem Glauben raus bringen wollen, deswegen habe ich das getan.”

Der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam sagte: „Er ist ein Mittel um Krieg zu entfachen, ich wünschte, man könnte ihm helfen.” Abu Basier radiallahu ’anhu verstand davon, dass er ihn wieder zu den Quraisch zurückschicken würde, falls sie es verlangten. Er verließ Madina und floh an einem Platz an der Meeresküste, um dort zu bleiben. Als diese Begebenheit in Mekka bekannt wurde gelang es Abu Dschandal radiallahu ’anhu auch zu fliehen und er schloss sich ihm an. Mehr Muslime von Mekka folgten und nach einigen Tagen war eine kleine Gruppe von solchen Sahaba dort in der Wildnis. Allah ta’ala alleine weiß, wie viele Leiden sie in der Wüste durchgemacht haben, in der es weder Behausung noch Vegetation gab. Sie jedoch waren gezwungen wegen der Folterungen der Mekkaner zu fliehen. Nun sperrten sie deren Wege und griffen, zum Ärgernis der Quraisch, ihre Karawanen, die auf diesem Wege vorbei mussten, an. Dieses zwang die Quraisch jemanden zum Propheten sallallahu ’alaihi wassallam zu schicken und ihm im Namen von Allah und der Verwandtschaft zu Bitten und aufzufordern, einzugreifen und diese Muslime nach Madina zu nehmen, damit sie zur Einhaltung des Vertrags gezwungen werden konnten, wie die anderen Muslime, damit die Karawanen in Sicherheit vorbeiziehen konnten. Es wird gesagt, dass Abu Basier radiallahu ’anhu auf seinem Sterbebett lag, als sie den Brief mit der Erlaubnis vom Propheten sallallahu ’alaihi wassallam erhielten, indem sie aufgefordert wurden nach Madina zu kommen. Er starb, während er den Brief vom Propheten sallallahu ’alaihi wassallam in seiner Hand hielt.

Anmerkung: Keine Kraft der Erde kann eine Person dazu bringen, seinen Glauben aufzugeben, vorausgesetzt er ist der richtige Glaube. Außerdem hat Allah ta’ala ein Versprechen gegeben, denen zu helfen, die richtige Muslime sind.

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