Hikajatu-s-Sahaba Kapitel-5

Hikajatu-s-Sahaba – Kapitel 5:

Hingabe zum Gebet


Kapitel 5: Hingabe zum Gebet                                                 

1. Allah ta’alas Aussage über diejenigen, die freiwillige Gebete
    (Nafl) verrichten                                                                                 

2. Der Prophet s.a.w. verbringt die ganze Nacht im Gebet              

3. Wie der Prophet s.a.w. in vier Rak’a sechs Teile (Dschuz)
    vom Koran gelesen hat                                                                     

4. Das Gebet von Abu Bakr, ibn Subair, ’Ali r.a. und anderen        

5. Ein Muhadschir und ein Ansari als Wächter und wie der
    Ansari im Gebet durch Pfeile getroffen wurde                             

6. Wie Abu Talha r.a. wegen einer Ablenkung in seinem Gebet
    seinen Garten im Weg von Allah ta’ala gibt                                   

7. Ibn ’Abbaas r.a. ließ sich wegen seinem Gebet nicht ärztlich
    behandeln                                                                                           

8. Die Sahaba verschieben ihren Handel zur Zeit des Gebetes     

9. Über das Gebet von Khubaib zur Zeit seines Todes und den
    Tod von Said und’Asim r.a.                                                             

10. Die Gesellschaft mit dem Propheten s.a.w. im Paradies zu
    bekommen durch das Gebet                                                           



V. HINGABE ZUM GEBET

Das Gebet ist die allerwichtigste Form der Anbetung. Es ist in der Tat die allererste Sache die am Tag der Abrechnung nach dem Glauben (Iman) abgerechnet wird. Es wird berichtet, dass der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam gesagt hat: „Das Gebet ist die einzige Linie der Abgrenzung zwischen Ungläubigkeit (Kufr) und Islam.“ Es gibt viele Ahadith über das Gebet, die ich in einem anderen Buch (Die Vorzüge des Gebets – Fada-il Salah) gesammelt habe.


1. Allahs ta’ala Aussage über diejenigen, die freiwilli-ge Gebete (Nafl) verrichten

Allah ta’ala hat gesagt: „Wer Feindseligkeiten gegenüber meinen Freunden hegt, dem erteile ich die Kampfansage. Und niemand kann zu mir näher kommen, als durch das was ich für ihn Pflicht gemacht habe.“ Das heißt man kommt Allah ta’ala am Nächsten durch die Erfüllung seiner Pflichten. „Eine Person wächst in meinem Ansehen durch freiwillige Gebete (Nafl), bis ich ihn zu meinem Geliebten mache. Ich werde dann sein Ohr, durch das er hört, sein Auge, durch das er sieht, seine Hand, durch die er hält und seine Füße, durch die er geht. Wenn solch eine Person um etwas bittet, bewillige ich es ihm und wenn er meinen Schutz sucht, schütze ich ihn.“ (Dschama ul-Fawa-id)

Anmerkung: Das heißt sein Hören, Sehen, Halten und Gehen alles ist in vollkommender Übereinstimmung mit Seinen Befehlen und er würde nicht einmal davon träumen, dass irgendein Teil seines Körpers mit irgendeiner Tat, konträr zu Seinen Befehlen läuft. Jene Leute sind wirklich gesegnet, die nachdem sie ihre Pflichten (Fard) durchgeführt haben, die Gewohnheit haben, sich ausgiebig freiwilligen Taten (Nafl) hinzugeben. Möge Allah ta’ala mir und all meinen Freunden die Stärke geben, um diesen Segen zu erwerben.



2. Der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam verbringt die ganze Nacht im Gebet

Eine Person bat ’Aischa radiallahu ’anha: „Sage mir etwas, hinsichtlich des Propheten sallallahu ’alaihi wassallam, das bemerkenswert war.“ Sie sagte: „Es gab nichts, das nicht ungewöhnlich an ihm war. Alles an ihm war bemerkenswert. Eines Nachts kam er und legte sich mit mir nieder. Nach einiger Zeit stand er auf und sagte: ‚Lass mich jetzt zu meinem Herren, dem Erhalter, beten.’ Das sagend stand er auf zum Gebet und weinte bis die Tränen über seine Brust herunterrollten. Er verbeugte sich dann und weinte genauso, ging dann in die Niederwerfung (Sadschda) und seine Tränen flossen so schnell wie zuvor und als er seinen Kopf von der Niederwerfung (Sadschda) erhob, fuhr er in der gleichen Weise fort zu weinen, bis Hadhrat Bilal radiallahu ’anhu das herannahen vom Morgengebet (Fadschr) verkündete.“

Ich bat ihm: „O Prophet von Allah! Du hast so viel geweint, obwohl du sündenlos bist, denn Allah ta’ala hat versprochen dir alle Sünden (selbst falls begangen) zu verzeihen, die Vergangen und was in der Zukunft geschehen könnte (Al-Fath 2).“ Er antwortete: „Warum soll ich denn nicht ein dankbarer Sklave von Allah sein?“ Dann fügte er hinzu: „Warum sollte ich nicht so beten, wenn Allah zu mir heute diese Verse offenbart hat:

„Wahrlich, in der Schöpfung der Himmel und der Erde und in dem Wechsel von Nacht und Tag, liegen wahre Zeichen für die Verständigen,“ (Al-’Imrān 190)
„die Allahs gedenken im Stehen und im Sitzen und (im Liegen) auf ihren Seiten und über die Schöpfung der Himmel und der Erde nachdenken (und sagen): “Unser Herr, Du hast dieses nicht umsonst erschaffen. Gepriesen bist Du, darum behüte uns vor der Strafe des Feuers.” (Al-’Imrān 191) (Akamatul Hutscha)

Es ist in vielen Ahadith berichtet worden, dass die Füße des Propheten sallallahu ’alaihi wassallam wegen seiner sehr langen Rak’a im Gebet geschwollen waren. Einige Leute baten: „O Prophet von Allah! Es ist dir vergeben worden und trotzdem machst du so viel Anstrengung.“ Er antwortete: „Soll ich nicht ein dankbarer Sklave von meinem Allah sein?“ (Bukhari)



3. Wie der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam in vier Rak’a sechs Teile (Dschuz) vom Koran gelesen hat

Hadhrat ’Auf radiallahu ’anhu berichtete: „Ich war einmal mit dem Propheten sallallahu ’alaihi wassallam. Er putzte seine Zähne mit einem Miswak, führte seine rituelle Waschung (Wudu) durch und stand auf zum Gebet. Ich nutzte die Gelegenheit ihm auch zu folgen. Er rezitierte Sure Al-Baqara in seiner ersten Rak’a. Dabei betete er um Barmherzigkeit, wenn immer er einen Vers der Gnade von Allah ta’ala rezitierte und bat demütig um Allahs Verzeihung, wenn er irgendeinen Vers seines Zorn ansprechend, rezitierte. Am Ende dieser Sure ging er in Verbeugung (Ruku’). In der Verbeugung (Ruku’) verbrachte er so viel Zeit, wie er im Stehen gebraucht hatte. Dort rezitierte er:

„Gepriesen sei Allah, der Herr der Majestät, Oberherrschaft und Erhabenheit.“

In der Niederwerfung (Sadschda) brauchte er so viel Zeit, wie er im Stehen (Qijam) gebraucht hatte. Danach fing er die zweite Rak’a an und rezitierte Sure Al-’Imrān. Er rezitierte die nächsten zwei aufeinanderfolgenden Suren in den restlichen zwei Rak’a und jede Rak’a war von der ungefähren Länge wie die erste.“ So hat er in vier Rak’a sechseinhalb Teile (Dschuz) vom Koran gelesen. Wie lang dieses Gebet war kann man sich vorstellen, wenn er in jedem Segensvers und jedem Vers von Strafe lange Bittgebete (Du’a) machte und genauso lange waren auch seine Verbeugungen (Ruku’) und Niederwerfungen (Sadschda). Hadhrat Husaifa radiallahu ’anhu hat auch eine ähnliche Geschichte über sein Gebet mit dem Propheten sallallahu ’alaihi wassallam berichtet. Wo er in vier Rak’a vier Suren, von Sure Al-Baqara bis Sure Al-Mā´ida, gelesen hat.

Anmerkung: Die Rezitation (Qira’a) des Koran vom Propheten sallallahu ’alaihi wassallam in den obenerwähnten vier Rak’a sind sechseinviertel Teile (Dschuz) des Koran. Der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam rezitierte den Koran mit korrekter Aussprache (Tadschwid) und bat auch um Verzeihung bei den entsprechenden Versen. Seine Verbeugungen (Ruku’) und Niederwerfungen (Sadschda) dauerten auch solange wie sein Stehen (Qijam). Wir können eine ungefähre Idee davon haben, wieviel Zeit er folglich für das verrichten von seinem Gebet gebraucht haben muss. Manchmal hat der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam Sure Al-Baqara, Sure Al-’Imrān und Sure Al-Mā´ida in einer Rak’a rezitiert. Dieses kann nur möglich sein, wenn das Gebet eine Quelle der großen inneren Zufriedenheit und eine Augenkühle ist. Das ist auch der Grund dafür, warum oft vom Prophet sallallahu ’alaihi wassallam berichtet wird, das er gesagt hat: „Der Trost meiner Augen liegt im Gebet.“

Allah ta’ala möge uns auch die Kraft geben ihm zu folgen.



4. Das Gebet von Hadhrat Abu Bakr, Hadhrat ibn Subair, Hadhrat ’Ali radiallahu ’anhum und anderen

Hadhrat Mudschahid rahmatullah ’alaih beschreibt das Gebet von Hadhrat Abu Bakr Siddiq radiallahu ’anhu und das von Hadhrat ’Abdullah ibn Subair radiallahu ’anhu und sagte: „Sie standen bewegungslos im Gebet, wie ein Pfahl der fest im Boden steht.“ (Tariqu-l-Khulfa), das heißt völlig bewegungslos. Die Gelehrten (’Ulama) stimmen darin überein, dass Hadhrat ’Abdullah ibn Subair radiallahu ’anhu sein Gebet von Hadhrat Abu Bakr radiallahu ’anhu erlernt hat und der hat es direkt vom Propheten sallallahu ’alaihi wassallam erlernt. Das heißt, genauso wie der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam sein Gebet verrichtet hat, ebenso hat Hadhrat Abu Bakr radiallahu ’anhu und auch ’Abdullah ibn Subair radiallahu ’anhu sein Gebet verrichtet.

Sabi sagte, dass ’Abdullah ibn Subair radiallahu ’anhu solch ein Gebet gemacht hat, wie wenn ein Pfahl im Boden steckt. Es wird über Hadhrat ’Abdullah ibn Subair radiallahu ’anhu gesagt, dass er in Niederwerfung (Sadschda) so lange blieb und so bewegungslos war, dass die Spatzen kamen und sich auf seinen Rücken setzten. Manchmal blieb er die ganze Nacht in Verbeugung (Ruku’) und manchmal blieb er die ganze Nacht in der Niederwerfung (Sadschda). Während eines Angriffs gegen ihn, flog ein Flugkörper an die Wand der Moschee, worin er sein Gebet verrichtete. Ein Stück von dem Mauerwerk flog von der Wand und ging zwischen seinem Bart und seiner Kehle hindurch. Er verkürzte weder sein Gebet, noch war er gestört.

Einmal verrichtete er sein Gebet, während sein Sohn Haschim nahe bei ihm schlief. Eine Schlange fiel von der Decke und umwickelte das ganze Kind. Das Kind wachte auf, schrie und der gesamte Haushalt versammelte sich um das Kind. Sie töteten die Schlange mit großem Geschrei. Ibn Subair radiallahu ’anhu blieb ruhig die ganze Zeit mit seinem Gebet beschäftigt. Als er es beendet hatte, sagte er zu seiner Frau: „Ich hörte etwas Geräusche während meinem Gebet. Was war das?“ Seine Frau rief: „Möge Allah ta’ala Barmherzig mit dir sein! Das Leben unseres Kindes war in Gefahr und du hast das nicht einmal gemerkt?“ Seine Antwort war: „Hätte ich meine Aufmerksamkeit zu etwas anderem gelenkt, was wäre aus meinem Gebet geworden?“ (Hadaja usw.)

Hadhrat ’Umar radiallahu ’anhu wurde am Ende seiner Zeit als Kalif erstochen und an dieser gleichen Wunde starb er auch. Er blutete übermäßig und blieb für lange Abstände bewusstlos. Aber wenn man ihn über die Gebetszeit informierte verrichtete er in seinem Zustand das Gebet und sagte: „Es gibt keinen Teil im Islam für die Person, die nicht sein Gebet macht.“ Hadhrat ’Uthman radiallahu ’anhu verbrachte die ganze Nacht im Gebet und beendete in einer Rak’a den ganzen Koran. (Muntahab Kans) Es wird über Hadhrat ’Ali radiallahu ’anhu berichtet, dass er bleich wurde und zitterte zur Zeit des Gebets. Jemand fragte ihm, nach dem Grund und er sagte: „Es ist die Zeit, das Vertrauen einzulösen, welches Allah ta’ala den Himmeln und der Erde und den Bergen anbot, aber sie schreckten davor zurück es zu tragen und ich habe es angenommen.“

Jemand fragte Khalaf bin Ajjub radiallahu ’anhu: „Stören die Fliegen dich nicht im Gebet?“ Seine Antwort war: „Sogar die sündigen Personen tragen geduldig die Peitschen der Regierung, ohne sich zu bewegen, als Stolz ihrer Ausdauer. Stolz erklären sie dann, dass sie so viel gepeitscht worden sind und sich trotzdem nicht bewegt haben. Warum, soll ich nur wegen Fliegen mich bewegen, wenn ich in der Anwesenheit von meinem Herrn stehe?“

Muslim bin Jasaar rahmatullah ’alaih, als er zum Gebet aufstand hat er zu den Mitgliedern seiner Familie gesagt: „Ihr könnt euch weiter unterhalten, ich werde nicht wissen, was ihr sprecht.“ Einmal verrichtete er sein Gebet in der Dschami-Moschee von Basra. Ein Teil der Moscheewand fiel mit Krach herunter und jeder lief und versammelte sich mit viel Lärm dort, aber er hörte nicht einmal die Geräusche.

Jemand fragte Hatim Asam rahmatullah ’alaih, wie er sein Gebet verrichtete. Er antwortete: „Wenn die Zeit für das Gebet kommt, führe ich meine rituelle Waschung (Wudu) durch und gehe zu dem Platz, an dem ich mein Gebet verrichten will. Ich setzte mich einige Zeit hin, bis alle Teile meines Körpers entspannt sind. Dann stehe ich auf zum Gebet, dabei wird vor meinen Augen die Ka’ba sichtbar, und stelle mir vor, dass meine Füße auf der Brücke von Siraat stehen und das Paradies (Dschanna) an meiner Rechten und die Hölle (Dschahannam) an meiner linken Seite und der Engel des Todes dicht hinter mir ist und ich denke, dass es mein letztes Gebet sein könnte. Dann verrichte ich mein Gebet mit voller Aufrichtigkeit und Hingabe. Und ich beende mein Gebet mit Furcht und Hoffnung über seine Annahme.“ (Ahja)



5. Ein Muhadschir und ein Ansari als Wächter und wie der Ansari im Gebet durch Pfeile getroffen wurde

Bei der Rückreise von einem Feldzug geschah es, dass der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam für die Nacht an einem Platz anhalten musste. Er erkundigte sich: „Wer ist bereit die Nacht über dem Lager Wache zu halten?“ ’Amaar bin Jaasir radiallahu ’anhu von den Muhadschirin und Hadhrat ’Abbaad bin Bischr radiallahu ’anhu von den Ansar boten ihre Dienste an. Beide wurden vom Propheten sallallahu ’alaihi wassallam auf den Gipfel eines Berges postiert, um einen möglichen Nachtangriff der Feinde zu überwachen.

’Abbaad radiallahu ’anhu sagte zu ’Amaar radiallahu ’anhu: „Lass uns abwechselnd wachen und schlafen. Die erste Hälfte der Nacht halte ich Wache, während du schläfst. Die zweite Hälfte kannst du Wache halten, während ich schlafen gehe. Wenn wir beide die ganze Nacht wachbleiben, kann es sein das der Schlaf uns beide überkommt und wir beide einschlafen. Falls der Wachende eine Gefahr fühlt, sollte er den anderen wecken.“ Sie entschieden, dass die erste Hälfte der Nacht der Ansari Wache hält und der Muhadschir ging schlafen. Hadhrat ’Abbaad radiallahu ’anhu begann sein Gebet.

Bis ein feindlicher Pfadfinder aus einiger Entfernung in der Dunkelheit ihn bemerkte und einen Pfeil auf ihn schoss. Als dieser sah, dass Hadhrat ’Abbaad radiallahu ’anhu sich nicht bewegte, schoss er noch einen anderen Pfeil und noch einen dritten Pfeil auf ihn. Hadhrat ’Abbaad radiallahu ’anhu zog jeden Pfeil aus seinem Körper heraus, warf ihn weg und ging ganz ruhig in die Verbeugung (Ruku’) und dann in die Niederwerfung (Sadschda), bis zum Ende seines Gebets und zum Schluss weckte er seinen Gefährten. Der Feind floh, als er die beiden zusammen sah, da er fürchtete dort gebe es noch viel mehr von ihnen.

Hadhrat ’Amaar radiallahu ’anhu bemerkte, dass ’Abbaad radiallahu ’anhu an drei Plätzen blutete. Er sagte: „Subhanallah (Lob sei Allah)! Warum hast du mich nicht früher geweckt?“ ’Abbaad radiallahu ’anhu antwortete: „Ich hatte angefangen, Sure Al-Kahf in meinem Gebet zu rezitieren. Ich mochte es nicht kürzen, aber als ich durch den dritten Pfeil getroffen wurde, machte ich mir große Sorgen, dass mein Tod die Sicherheit des Propheten sallallahu ’alaihi wassallam gefährden würde. Deswegen beendete ich das Gebet und weckte dich. Nur wegen dieser Sorge, ansonsten wäre ich nicht in Verbeugung (Ruku’) gegangen, bevor ich diese Sure beendet hätte, selbst wenn ich gestorben wäre.“ (Baihaki, Abu Dawud)

Anmerkung: Siehe die Hingabe der Sahaba zum Gebet. Ein Pfeil nach dem anderen durchdrang Hadhrat ’Abbaads radiallahu ’anhu Körper, wodurch er sehr blutete, aber er wird nicht bereit, deswegen das Vergnügen an der Koranrezitation in seinem Gebet zu opfern. Andererseits ist der Biss einer Wespe oder auch von einer Mücke genug, um uns von unserem Gebet abzulenken.

Entsprechend der Hanifi-Rechtsschule bricht die rituelle Waschung (Wudu) beim Bluten, aber nach Schafi’i nicht. Es ist gerade möglich, dass ’Abbaad radiallahu ’anhu die letztere Ansicht hatte oder dass dieser Punkt bis dahin noch nicht ermittelt worden war, da der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam bei dieser Begebenheit nicht dabei war oder bis dahin dieser Befehl noch nicht gekommen war.



6. Wie Hadhrat Abu Talha radiallahu ’anhu wegen einer Ablenkung in seinem Gebet seinen Garten im Weg von Allah ta’ala gibt

Hadhrat Abu Talha radiallahu ’anhu verrichtete einmal sein Gebet in seinem Garten. Seine Aufmerksamkeit ging zu einem Vogel, der umher flatterte, aber seinen Weg nicht aus dem dicht bewachsenen Garten finden konnte. Plötzlich fielen seine Augen auf den Vogel und für einen kurzen Moment folgte er dem Vogel mit seinen Augen. Als er mit seinen Gedanken wieder zu seinem Gebet zurückkehrte, hatte er die Anzahl seiner Rak’a vergessen. Danach wurde er ganz traurig, dass er wegen dem Garten solche Probleme in seinem Gebet bekommen hat. Er ging sofort zum Propheten sallallahu ’alaihi wassallam und brachte die Sache vor: „O Prophet von Allah! Dieser Garten von mir war die Ursache einer Ablenkung in meinem Gebet. Ich gebe ihn weg im Weg von Allah. Benutze ihn bitte so, wie es dir richtig erscheint.“

Eine ähnliche Begebenheit ereignete sich mit einem Ansar in der Zeit von Hadhrat ’Uthman radiallahu ’anhu. Er verrichtete sein Gebet in seinem Garten. Es war Erntezeit und die Zweige der Bäume hingen runter wegen der reifen, saftigen Datteln. Dieser luxuriöse Anblick erfasste seine Augen und er erfreute sich. Dieses ließ ihn die Zahl seiner Rak’a vergessen. Er wurde darüber sosehr traurig, dass er entschied sich von dem Garten zu trennen, der ihn von seinem Gebet abgelenkt hatte. Er trat an Hadhrat ’Uthman radiallahu ’anhu heran und übergab ihm den Garten um ihn im Weg von Allah ta’ala zu benutzen. ’Uthman radiallahu ’anhu nahm den Garten und verkaufte ihn für fünfzigtausend Dirhams und gab das Geld wie gewünscht aus. (Muta Imam Malik)

Anmerkung: Dieses zeigt den Wert der Sahaba, den sie für ihren Glauben hatten. Dass sie einen Obstgarten der fünfzigtausend Dirhams Wert war weg geben konnten, weil es ihr Gebet beeinträchtigt hatte. Schah Waliullah schrieb in seinem Buch, dass eine Art der Beziehung zu Allah von den Mystikern (Sufis) ist, Gehorsamkeit zu Allah über allem zu stellen. Das heißt, diese Leute schämten sich, dass sie, während sie zu Allah gehorsam waren sich von Allah abgelenkt haben lassen.



7. Hadhrat Ibn ’Abbaas radiallahu ’anhu ließ sich wegen seinem Gebet nicht ärztlich behandeln

Hadhrat ’Abdullah bin ’Abbaas radiallahu ’anhu litt unter Grauem Star am Auge. Einige Augenärzte erklärten ihm: „Eine Behandlung ist möglich, vorausgesetzt du bist bereit Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Fünf Tage lang ist es wichtig, dass du es vermeidest, dich auf den Boden niederzuwerfen. Du kannst jedoch einen erhöhten Platz aus Holz benutzen, um darauf deine Niederwerfung (Sadschda) zu verrichten. Er sagte: „Dieses kann nicht sein. Ich schwöre bei Allah, ich bin nicht bereit auch nur eine einzige Rak’a so zu verrichten. Ich habe den Propheten sallallahu ’alaihi wassallam sagen gehört: ‚Eine Person, die absichtlich ein einziges Gebet verlässt, muss am Tag des Gerichts Allahs Zorn gegenüberstehen.’“ (Dur-e-Manthur)

Anmerkung: Obgleich es nach der Schari’a zulässig ist, das Gebet in dieser Weise durchzuführen, und darin keine direkte Überschreitung der Gesetze von Allah ta’ala enthalten ist, dennoch wegen ihrer völligen Hingabe zum Gebet und ihrer Liebe und die Gehorsamkeit zum Propheten, wollte ’Abdullah ibn ’Abbaas radiallahu ’anhu lieber seine Augen nicht behandeln lassen, denn es war für diese Leute leicht wegen einem Gebet die ganze Welt zu opfern. Tatsächlich hätten die Sahaba die ganze Welt für ihr Gebet geopfert. Wir können es als „Fanatismus“ betiteln, oder jede mögliche andere Anmerkung über diese ergebene Gruppe machen, aber der Urteilsspruch im Nächsten Leben, wenn diese Leute über den Abrechnungsplatz spazieren werden, dann werden wir ohne Zweifel die Wahrheit erkennen, was für Leute sie waren, und wie sie von uns behandelt worden sind.



8. Die Sahaba verschieben ihren Handel zur Zeit des Gebets

Hadhrat ’Abdullah bin ’Umar radiallahu ’anhu besuchte einmal den Markt. Er beobachtete, dass zu der Zeit des Gebets jeder sein Geschäft schloss und zur Moschee strömte. Er erwähnte: „Dies sind Leute, über die Allah ta’ala erwähnt hat,

„Männer, die sich weder morgens noch abends durch ihre Ware oder Handel vom  Gedenken an Allah abhalten lassen und auch nicht von der Verrichtung des Gebets und dem Entrichten der Almosen; sie fürchten einen Tag, an dem sich Herzen und Augen verdrehen werden.“ (An-Nūr 37) (Bajanu-l-Koran)

Hadhrat ibn ’Abbaas radiallahu ’anhu sagt: „Diese Leute waren völlig beschäftigt in ihrem Handel, aber als sie den Gebetsruf (Asaan) hörten verließen sie alles und liefen zur Moschee.“ Einmal erwähnte er: „Bei Allah, das waren solche Händler deren Handel sie nicht hinderten, sich an Allah ta’ala zu erinnern.“

Hadhrat ’Abdullah bin Mas’ud radiallahu ’anhu war einmal aus Zufall im Markt als zum Gebet ausgerufen wurde. Er bemerkte, dass jeder, sein Geschäft ließ wie es war und zur Moschee schritt. Er bemerkte: „Dies sind sicherlich die Personen, von denen Allah ta’ala sagt:

„Männer, deren Handel sie nicht vom Gedenken an Allah abhält und der Verrichtung des Gebets und dem Entrichten der Almosen; sie fürchten einen Tag, an dem sich Herzen und Augen verdrehen werden.“ (An-Nūr 37)

Ein anderes Hadith sagt: „Alle Menschen werden versammelt sein am Tag des Gerichts, wenn gefragt werden wird: ‚Wer sind die, die Allah verherrlicht haben in der Gemütlichkeit und in Traurigkeit?’ Eine kleine Gruppe wird aufstehen und ohne irgendeine Abrechnung ins Paradies eintreten. Wieder wird gefragt werden: ‚Wo sind die, die in den Nächten von ihren Betten fern geblieben sind, und sich mit Furcht und Liebe an ihren Schöpfer erinnert haben?’ Eine zweite kleine Gruppe wird aufstehen und ohne Abrechnung ins Paradies gehen. Die Engel bitten dennoch wieder: ‚Wo sind die, deren Handel sie nicht von der Erinnerung an Allah abhielten?’ Und wieder wird eine dritte kleine Gruppe aufstehen und ohne irgendeine Abrechnung ins Paradies eintreten. Nachdem diese drei Gruppen gegangen sind, wird die Abrechnung für den Rest der Menschen stattfinden.“ (Dur-e-Manthur)



9. Über das Gebet von Khubaib zur Zeit seines Todes und den Tod von Said und ’Asim radiallahu ’anhum

Die Quraisch waren außer sich vor Wut und Zorn wegen dem Verlust von einiger ihrer größten Männer in Uhud. Sulafa, deren zwei Söhne im Kampf gefallen waren, hatte ein ernstes Versprechen gegeben, dass sie Wein im Schädel von ’Asim radiallahu ’anhu trinken würde, der beide getötet hatte, wenn sie im Besitz seines Kopfes kommen würde. Sie hatte einen Preis von hundert Kamelen (eine erstaunlich hohe Summe für den Platz und die Zeit) für die Person ausrufen lassen, die ihr den Kopf von ’Asim radiallahu ’anhu bringen würde.

Sufjaan bin Khalid arbeitete einen Plan aus, um sich den Preis zu sichern. Er schickte einige Männer von ’Adal Waqaara nach Madina, die vorgaben, Islam angenommen zu haben. Sie beschwuren den Propheten sallallahu ’alaihi wassallam, das er einige Personen mit ihnen schicken sollte, um den Islam ihrer Bevölkerung zu predigen. Sie stellten eine speziellen Anfrage für ’Asim radiallahu ’anhu sagend: „Unsere Leute schätzen sehr die Art und Weise seines Sprechens.“

Der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam delegierte zehn (oder sechs entsprechend einem anderen Bericht) seiner Sahaba, um mit ihnen zu gehen und ’Asim radiallahu ’anhu war selbstverständlich auch dabei. Sie reisten friedlich von Madina ab, aber Verrat erwartete sie auf dem Weg. Sie wurden durch nicht weniger als zweihundert Feinde, einschließlich hundert erstklassig ausgewählter Bogenschützen angegriffen. Einem anderen Bericht zufolge hatte der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam diese 6 oder 10 Sahaba nach Mekka geschickt, um die Lage der Mekkaner auszuspionieren und auf ihrem Weg hat ein Kampf mit 200 Leuten des Stammes Banu Lihjan stattgefunden. Die kleine Gruppe der Sahaba, als sie diese Lage sahen, kletterten auf einen Hügel, der Fadfad genannt wurde.

Die Feinde riefen ihnen zu: „Wir wollen unseren Boden nicht mit eurem Blut färben. Wir wollen euch nur mitnehmen und von den Mekkaner etwas Geld kassieren. Ihr könnt mit uns kommen, wir werden euch nicht töten.“ Die Sahaba wiesen diesen Vorschlag zurück und beschlossen bis zu ihrem Ende zu kämpfen. Als ihre Pfeile knapp wurden, griffen sie die Feinde mit ihren Speeren an.

Hadhrat ’Asim radiallahu ’anhu rief zu seinen Begleitern: „Kein Zweifel, wir sind von diesen gefährlichen Leuten verraten worden, aber ihr sollt nicht euer Herz verlieren, weil Märtyrertum selbst ist der Gipfel unseres Bestrebens. Allah ta’ala, der meist geliebteste, ist mit euch und eure himmlischen Gattinnen warten in dieser Minute auf euch.“

Mit diesen Worten hetzte er in die größte Menge der Feinde und als sein Speer brach, kämpfte er mit seinem Schwert weiter. So kämpfte er bis zum Schluss. Sein letztes Bittgebet (Du’a) war: „O Allah! Informiere den Propheten sallallahu ’alaihi wassallam  über unser Schicksal!“ Allah ta’ala, in seiner Barmherzigkeit beantwortete sein Bittgebet (Du’a), indem er die Nachricht zum Propheten sallallahu ’alaihi wassallam offenbarte.

Als ’Asim radiallahu ’anhu dann von Sulafas Versprechen erfuhr, dass sie Wein in seinem Schädel trinken würde, betete er auch: „O Allah! Ich habe mein Leben in deiner Sache niedergelegt. O Allah, schütze meinen Kopf vor den frevelhaften Händen jener Ungläubigen.“

Dieses Bittgebet (Du’a) wurde auch bewilligt. Nach seinem Tod kam ein Schwarm von Bienen (oder Wespen entsprechend einem anderen Bericht), setzte sich auf seinem Körper nieder und vereitelte alle Versuchen des Feindes, seinen Kopf abzutrennen. Sie ließen den Körper allein und beabsichtigten, ihre schmutzige Arbeit während der Nacht zu erledigen, wenn die Bienen gegangen sein würden. Aber während der Nacht, gab es einen Wolkenbruch, der den Körper wegspülte.

Um zum Kampf zurückzukehren, als sieben der Sahaba ihr Märtyrertum erreicht hatten, verharrten die restlichen drei: Khubaib, Said bin Wathna und ’Abdullah bin Tariq radiallahu ’anhum immer noch auf ihrem Position auf dem Gipfel, die Feinde wandten sich wieder ihnen zu: „Kommt ihr drei herunter von dem Hügel. Selbstverständlich werden wir euch keinen Schaden zufügen.“

Die drei vertrauten ihnen und kamen herunter vom Hügel, aber die Feinde stürzten sofort über sie und fesselten sie mit den Darmschnüren ihrer Bögen. Daraufhin protestierte ’Abdullah bin Tariq radiallahu ’anhu: „Dieses ist der allererste Bruch eures ernsten Versprechens. Ich will lieber mit meinen getöteten Brüdern sein, als lebendig mit euch zu gehen.“

Er lehnte es dann ab, ihnen in die Gefangenschaft zu folgen. Sie versuchten ihr Bestes, um ihn in Bewegung zu setzen, aber konnten es nicht. Als ihnen bewusst wurde, dass er unter keinen Umständen einen Zentimeter von seinem Platz gehen würde, töteten sie ihn.

Die restlichen zwei Gefangenen wurden von ihnen mit nach Mekka genommen und an die Quraisch verkauft. Safwaan bin Umajja zahlte fünfzig Kamele für Said bin Wathna radiallahu ’anhu um ihn zu töten und Rache zu nehmen für den Tod seines Vaters Umajja in Uhud und Hudschair bin Abi Ihaab kaufte Khubaib radiallahu ’anhu für hundert Kamele, um den Tod seines Vaters in der gleichen Schlacht zu rächen. Nach Bukhari wird berichtet, dass die Kinder von Harith bin Amir ihn gekauft haben, weil er in Badr Harith getötet hatte.

Safwaan übergab Hadhrat Said radiallahu ’anhu sofort an seinen Sklaven, damit er ihn außerhalb der Grenzen des Haraam töten sollte. Eine Menschenmenge folgte ihnen, um zu beobachten wie Hadhrat Said radiallahu ’anhu sterben würde. Abu Sufjaan war auch einer der Zuschauer. Als Said radiallahu ’anhu bereit stand, um sein Schicksal entgegen zu sehen, fragte Abu Sufjaan ihn folgendes: „Schwöre bei Allah und sage die Wahrheit. Wünscht du nicht das Mohammed sallallahu ’alaihi wassallam heute an deinem Platz wäre und du das Leben mit deiner Familie genießen könntest?“

Saids radiallahu ’anhu Antwort überraschte sie alle: „Bei  Allah, der Gedanke daran das Leben mit meiner Familie zu genießen ist mir unerträglich, wenn ich wüsste, dass der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam jetzt auch nur einen Dornenstich erleiden müsste.“ Die Quraisch konnten diese Antwort einfach nicht verstehen und Abu Sufjaan radiallahu ’anhu erwähnt: „Es gibt absolut keine Ähnlichkeit, irgendwo auf der Welt, für die Liebe, die die Gefährten von Mohammed sallallahu ’alaihi wassallam für ihn haben.“ Hadhrat Said radiallahu ’anhu wurde dann hingerichtet.

Hadhrat Khubaib radiallahu ’anhu blieb eine lange Zeit in der Gefangenschaft von Hudschair. Eine Sklavin von Hudschair (die später Islam annahm), sagte: „Als Hadhrat Khubaib radiallahu ’anhu in Gefangenschaft bei uns war, beobachtete ich eines Tages, dass er Trauben von einem Bündel aß, das so groß war, wie ein menschlicher Kopf, obwohl zu dieser Zeit nicht die Jahreszeit für Trauben in Mekka war. Als der Tag für seine Hinrichtung war, bat er um ein Rasiermesser, dass ihm auch gegeben wurde. Unterdessen ging ein Kind des Hauses, in seinem Spiel, nahe zu Hadhrat Khubaib radiallahu ’anhu. Alle Insassen des Hauses waren von diesem Anblick beunruhigt. Hadhrat Khubaib radiallahu ’anhu, der zum Tod verurteilt war, dachten sie, würde nun nichts daran hindern, das Kind mit dem Rasiermesser zu töten. Aber um ihnen die Furcht zunehmen, sagte Hadhrat Khubaib radiallahu ’anhu: ‚Denkt ihr, dass ich zur Tötung eines unschuldigen Kindes bereit bin? Das ist einfach unmöglich für mich.’“

Als er zum Galgen gebracht wurde, wurde er aufgefordert seinen letzten Wunsch zu äußern, falls er einen hätte: „Erlaubt mir zwei Rak’a Gebet zu verrichten, denn die Zeit ist für mich gekommen, diese Welt zu verlassen und meinen Allah zu treffen.“ Sie ließen ihn sein Gebet verrichten. Nachdem er zwei Rak’a ganz ruhig beendet hatte, sagte er: „Damit ihr nicht meint, ich hätte Angst vor dem Tod, sonst hätte ich noch zwei Rak’a gebetet.“

Er wurde dann an den Galgen gehängt. Zu dieser Zeit sagte er: „O Allah! Es gibt niemanden der mein letztes „salam“ zu Deinen Propheten sallallahu ’alaihi wassallam übermitteln kann.“ Allah ta’ala schickte dem Propheten sallallahu ’alaihi wassallam sein „salam“ durch einen Engel. Der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam antwortete darauf: „wa ’alaikum salam, o Khubaib!“ und berichtete den Sahaba: „Khubaib wurde jetzt durch die Quraisch hingerichtet.“

Am Galgen durchbohrten ihn danach gleichzeitig vierzig Quraisch mit ihren Speeren. Sein ganzer Körper war völlig mit Wunden übersäht. Einer von denen neckte ihn: „Sage bei Allah, wünscht du denn jetzt nicht, dass Mohammed sallallahu ’alaihi wassallam an deinem Platz wäre und du in Ruhe gelassen würdest?“ Er antwortete: „Bei Allah, der Allherrlichste, ich könnte es nicht aushalten, wenn auch nur ein Dorn den Propheten sallallahu ’alaihi wassallam pricken würde, um mein Leben dafür freizukaufen.“ (Fattahu-l-Islam)

Anmerkung: Jedes Wort dieser Geschichte ist eine Lektion für uns alle. Zwei Dinge sind besonders wertvoll zum Lernen. Das war die höchste Stufe von Liebe der Sahaba zum Propheten sallallahu ’alaihi wassallam, die darin geschildert wird. Sie hätten lieber ihr Leben niedergelegt und waren nicht einmal bereit nur ein Wort zu sprechen, das der Propheten sallallahu ’alaihi wassallam nur die kleinste Schwierigkeit bekommen sollte. Die Ungläubigen wollten nur von Khubaibsradiallahu ’anhu Zunge eine solche Äußerung hören, da sie sowieso nicht die Macht hatten, dem Propheten sallallahu ’alaihi wassallam Schwierigkeit zu geben. Zuvor hatten sie keine Gelegenheit ausgelassen, um dem Propheten sallallahu ’alaihi wassallam und den Muslimen Schwierigkeiten zu geben. Die zweite Sache ist ihr Wert vom Gebet und ihre Hingabe zum Gebet. In Situationen, in denen man normalerweise an seine Frau und Kinder denkt und sich wünscht sie nochmals zu sehen und ihnen einen Gruß zu schicken. Doch sie wünschten nur, ihr letztes „salam“ zum Propheten sallallahu ’alaihi wassallam zu schicken und als allerletzten Wunsch noch zwei Rak’a Gebet zu verrichten.



10. Die Gesellschaft mit dem Propheten sallallahu ’alaihi wassallam im Paradies zu bekommen durch das Gebet

Hadhrat Rabi’a radiallahu ’anhu berichtete: „Ich pflegte nachts zum Dienste des Propheten sallallahu ’alaihi wassallam anwesend zu sein. Ich bereitete ihm sein Wasser, Miswak, eine Gebetsmatte und andere Dinge, die er für sein Gebet in der Nacht (Tahadschud) benötigte, vor. Einmal (er war sehr erfreut mit meiner Dienstleistung) fragte er mich: ‚Was wünschst du dir am meisten?’ Ich gab als Antwort: ‚O Prophet von Allah! Ich wünsche mir deine Gesellschaft im Paradies.’ Er fragte mich: ‚Und noch etwas?’ Aber ich antwortete: ‚Dieses ist die einzige Sache.’ Danach erwähnte er: ‚In Ordnung. Dann solltest du mir helfen, indem du dich häufig niederwirfst im Gebet.’“ (Abu Dawud)

Anmerkung: Das hier ist eine Lektion für uns. Wir sollten uns nicht auf mündliche Bittgebete verlassen, sondern sollten uns auch praktisch bemühen, unser Ziel zu erreichen. Das Beste aller Bemühungen ist das Gebet, je mehr Gebete man macht, umso mehr Niederwerfungen (Sadschda) hat man auch. Es ist auch falsch, sich allein auf die Bittgebete von den religiösen Leuten und Führern zu verlassen. Dieses ist eine Welt der Ursache und des Effekts. Obwohl Allah natürlich völlige Macht hat, Dinge ohne Ursache auch zu tun. Kein Zweifel manchmal bringt Allah ta’ala, um seine Weisheit und Macht zu zeigen, Dinge hervor, für die es, wie es scheint, keine offensichtliche und sichtbare Ursache gibt, aber dieses geschieht nur bei sehr seltenen Gelegenheiten. Die allgemeine Gewohnheit von Allah ist es jedoch, dass in dieser Welt alles mit einer Ursache verbunden wird. Es ist erstaunlich, dass wir Leute, was die Aufgaben von dieser Welt betrifft, uns nicht alleine auf die Bittgebete (Du’a) von anderen verlassen oder uns ausruhen auf unserem Schicksal. Sondern wir versuchen auf alle mögliche Art und Weise etwas zu tun, aber was das praktizieren der Religion betrifft, verlassen wir uns auf das Schicksal und Bittgebet (Du’a). Kein Zweifel, die Gebete der religiösen Leute und der Geliebten von Allah ta’ala haben ihren angemessen Effekt, denn selbst der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam bat Rabi’a radiallahu ’anhu ihm zu „helfen“, indem er sich häufig niederwerfen sollte in Gebeten.


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