Hikajatu-s-Sahaba Kapitel-13

Hikajatu-s-Sahaba – Epilog:13

Das Recht der Sahaba und derenTugendhaftigkeit



EPILOG: DAS RECHT DER SAHABA UND DEREN TUGENDHAFTIGKEIT

Die Geschichten, die in den vorigen Seiten geschrieben wurden, sollen als Beispiel gelten. In Wirklichkeit kann eine genaue Beschreibung der Sahaba nicht einmal in noch größeren Sammlungen zusammengefasst werden. Es ist jetzt einige Monate her, dass ich anfing, diese kleine Broschüre zu schreiben. Meine Verpflichtungen in der Schule und in anderen Dingen, die sofortige Aufmerksamkeit benötigen, haben bereits diese Arbeit verzögert. Deswegen schlage ich vor, das Buch gegenwärtig zu beenden, damit die Leute wenigstens von diesen Seiten profitieren können.

Ich muss eine wichtige Warnung schreiben, bevor ich schließe. Genauso wie wir heute unsere Aufgaben gegenüber dem Islam nicht erfüllen, genauso sind wir nachlässig in unserem Respekt und Achtung der Sahaba. Einige nachlässige Leute gehen sogar so weit, dass sie abwertende Anmerkungen über sie aussprechen. Wir müssen uns daran erinnern, dass die Sahaba jene Leute sind, die die Grundlagen des Islam legten. Sie sind die Pioniere im Weiterberichten (Tabligh). Bis zu unserem Tod werden wir nicht in der Lage sein ihre Rechte zu erfüllen. Möge Allah ta’ala ihre auserwählten Seelen tausendfach segnen, denn sie haben den Islam vom Propheten sallallahu ’alaihi wassallam erlernt und so hat diese Religion uns erreicht. Ich gebe unten die Übersetzung eines Kapitels von „Schifa“ durch Qadi ’Ijaad wieder, die hier passend ist und somit beende ich dieses Buch:

     Wenn wir behaupten den Propheten sallallahu ’alaihi wassallam zu achten und zu verehren, müssen wir seine Sahaba auch respektieren. Als Muslim obliegt es uns, zu schätzen, was wir ihnen verdanken, ihnen zu folgen und von Allah ta’ala Verzeihung für sie zu erbitten. Kein Zweifel, sie hatten ihre Meinungsverschiedenheiten, aber wir haben kein Recht, sie zu kommentieren.

     Wir müssen uns von den Geschichten hüten, die geschmiedet wurden von Abweichlern, Schi’a, denen die Neuerungen (Bid’a) machen oder von unwissenden Überlieferern, deren boshaftes Motiv es ist, einige von den Sahaba zu verleumden und die anderen zu beleidigen. Wir dürfen niemals an der Aufrichtigkeit und der Ehrlichkeit der Sahaba zweifeln. Wenn wir an solch einen Punkt in der Geschichte kommen, die in unseren Augen ihren Status senkt, müssen wir, insoweit es uns möglich ist, zu ihren Gunsten sprechen, denn sie verdienen wirklich eine solche Handlungsweise.

     Wir sollten von ihren Tugenden immer sprechen und müssen unsere Zunge zurück halten, auch nur das Kleinste zu sprechen, um sie unbedeutend zu sehen. Der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam selbst hat gesagt: „Bleibt still in Bezug auf meine Sahaba (wenn sie mit Respektlosigkeit erwähnt werden).“

Es gibt viele Tugenden und Privilegien der Sahaba, die im Koran und in Hadith erwähnt wird. Allah ta’ala sagt in seinem heiligen Buch:

„Mohammed ist der Gesandte Allahs. Und die, die mit ihm sind, sind hart gegen die Ungläubigen, doch barmherzig zueinander. Du siehst sie sich (im Gebet) beugen, niederwerfen (und) Allahs Huld und Wohlgefallen erstreben. Ihre Merkmale befinden sich auf ihren Gesichtern: die Spuren der Niederwerfung. Das ist ihre Beschreibung in der Thora. Und ihre Beschreibung im Evangelium lautet: (Sie sind) gleich dem ausgesäten Samenkorn, das seinen Schössling treibt, ihn dann stark werden lässt, dann wird er dick und steht fest auf seinem Halm, zur Freude derer, die die Saat ausgestreut haben [Genauso schwach waren auch die Sahaba am Anfang und sind dann Tag für Tag stärker geworden, und Allah hat ihnen deswegen eine hohe Stufe gegeben] – auf dass Er die Ungläubigen bei ihrem (Anblick) in Wut entbrennen lasse. Allah hat denjenigen, die glauben und gute Werke tun, Vergebung und einen gewaltigen Lohn verheißen.“ (Al-Fath 29, Bajanu-l-Koran)

In der gleichen Sure in einem anderen Vers hat Allah gesagt:

„Allah ist Wohl zufrieden mit den Gläubigen, [die mit dir zusammen auf der Reise waren] weil sie dir unter dem Baum Treue gelobten; und Er wusste, was in ihren Herzen war, [Aufrichtigkeit (Ikhlas) und Entschlossenheit (’Asam)] dann sandte Er Ruhe auf sie hinab und belohnte sie mit einem nahen Sieg [Eroberung von Khaibar]“ (Al-Fath 18, Bajanu-l-Koran)

Diesen Treueeid nennt man Bai’atu Schadschara, im letzten Kapitel Geschichte 4 wird darüber berichtet.

„und mit viel Beute, die sie machen werden. Und Allah ist Erhaben, Allweise.“ (Al-Fath 19, Bajanu-l-Koran)

An einem Platz steht über die Sahaba:

„Unter den Gläubigen sind Leute, die dem Bündnis, das sie mit Allah geschlossen hatten, die Treue hielten. Es sind welche unter ihnen, die ihr Gelübde (Märtyrer geworden) erfüllt haben und welche, die noch warten (d.h. noch nicht Märtyrer geworden) und sie haben nichts verändert, nicht im Geringsten (d.h. ihre Absicht nicht geändert).“ (Al-Ahzāb 23)

An einem anderen Platz hat Allah gesagt:

„Die Allerersten [gemeint damit sind die, die von der gesamten Gemeinschaft (Umma), als allererstes den Glauben (Iman) angenommen haben], die ersten der Auswanderer und der Helfer und jene, die ihnen auf die beste Art (Ikhlas) gefolgt sind – mit ihnen ist Allah wohl zufrieden und sie sind wohl zufrieden mit Ihm; und Er hat ihnen Gärten bereitet, durch welche Bäche fließen. Darin sollen sie verweilen auf ewig und immerdar. Das ist der gewaltige Gewinn.“ (At-Tauba 100)

In den oben genannten Versen des Koran hat Allah ta’ala die Sahaba gepriesen und seine Zufriedenheit mit ihnen ausgedrückt. Genauso sind auch die Bücher von Ahadith voll über ihre Tugenden. Der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam sagte:

  1. „Folgt Abu Bakr und ’Umar radiallahu ’anhum, wenn ich nicht mehr bin.“
  2. „Meine Sahaba sind wie (führende) Sterne. Wenn du ihnen folgst, dann wirst du gelenkt sein (im richtigen Weg).“ Die Gelehrten haben über dieses Hadith verschiedene Meinungen. Qadi ’Ijaad berichtete diesen Hadith, während andere Gelehrte dagegen protestierten. Mulla ’Ali Qari hat geschrieben, dass nach seiner Meinung dieses Hadith solide genug ist, um es zu erwähnen, weil es durch viele Überlieferungsketten berichtet wurde oder vielleicht hat er es erwähnt weil es um die Vorzüge der Sahaba geht. (Da wegen der Vorzüge auch schwache Ahadith berichtet werden können.)
  3. Hadhrat Anas berichtet: „Das Gleichnis meiner Sahaba (unter den Menschen) ist wie das Gleichnis von Salz im Essen. Es hat keinen Geschmack ohne Salz.“
  4. Der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam hat auch gesagt: „Schützt euch davor, meine Sahaba zu beleidigen. Macht sie nicht zur Zielscheibe einer Verleumdung. Wer sie liebt, liebt sie für seine Liebe für mich und wer sich boshaft gegenüber ihnen benimmt, benimmt sich boshaft gegenüber mir. Wer sie schikaniert, schikaniert mich und wer mich schikaniert, schikaniert Allah. Es besteht Gefahr, dass Allah diese Person bestrafen wird.“
  5. „Schmäht nicht meine Sahaba. Falls jemand von euch (die Leute, die nach den Sahaba kommen) Gold ausgibt (in Almosen), das dem Gewicht des Berges Uhud entspricht, so kann er nicht die gleiche Belohnung bekommen, die meine Sahaba bekommen, während sie nur ein oder ein halbes Mudd Getreide ausgeben.“
  6. „Auf die Personen, die meine Sahaba schmähen, wartet der Fluch von Allah ta’ala, den Engeln (Malaika) und von den Menschen. Weder seine Pflichten (Fard), noch seine freiwilligen (Nafl) Taten werden akzeptiert bei Allah ta’ala.“
  7. Der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam hat gesagt: „Nach den Propheten hat Allah ta’ala meine Sahaba vor der ganzen Schöpfung vorgezogen. Nochmal hat er vier von den restlichen Sahaba als Beste genannt. Sie sind Abu Bakr, ’Umar, ’Uthman und ’Ali radiallahu ’anhum.“

Ajjub Sakhtiani rahmatullah ’alaih sagte: „Wer Abu Bakr radiallahu ’anhu liebt, sein Glaube (Iman) wird befestigt. Wer ’Umar radiallahu ’anhu liebt, der wird in den richtigen Weg gelenkt. Wer ’Uthman radiallahu ’anhu liebt, er ist mit dem Licht Allahs ta’ala erhellt. Wer ’Ali radiallahu ’anhu liebt, der hält fest am Seil der Religion (Din). Wer die Sahaba ehrt, ist befreit von Heuchelei (Munafiq). Wer sie schmäht, der ist sicherlich ein Erneuerer (Bid’ati) oder ein Heuchler (Munafiq) oder gegen die Gewohnheit des Propheten sallallahu ’alaihi wassallam (Sunna). Ich befürchte, dass keine einzige seiner Taten, von Allah angenommen wird, solange er sein Herz reinigt von dem Groll und beginnt sie alle zu lieben.“

  • In noch einem Hadith hat der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam gesagt: „O Leute! Ich bin zufrieden mit Abu Bakr radiallahu ’anhu. Ihr müsst euch seines Ranges klar sein. Ich bin auch zufrieden mit ’Umar, ’Ali, ’Uthman, Talha, Subair, Sa’d, Sa’id, ’Abdur Rahman bin ’Auf und Abu ’Ubaida radiallahu ’anhum. Ihr müsst euch deren Rang bewusst sein. O Leute! Allah ta’ala hat die Vergebung von allen denen angekündigt, die in Uhud teilnahmen und alle, die den Treueschwur in Hudaibijja abgaben. O Leute! Ihr sollt Rücksicht nehmen auf mich in der Handlungsweise mit meinen Sahaba, insbesondere mit denen, deren Töchter ich geheiratet habe oder die mit meinen Töchtern verheiratet sind. Hütet euch davor, falsches ihnen gegenüber zu machen, damit sie am Tag des Jüngsten Gerichts (Jaumu-l-Qijama) nicht gegen euch klagen, denn dieses wird nicht vergeben.“
  • An einer anderen Stelle steht: „Nehmt Rücksicht auf mich im Umgang mit meinen Sahaba und meine Schwiegersöhne. Die Person, die Rücksicht auf mich nimmt, wird in dieser Welt und der nächsten Welt unter Allahs ta’ala Schutz sein. Allah ta’ala ist frei von allen Pflichten dem gegenüber, die keine Rücksicht auf mich nehmen. Es besteht die Gefahr, dass Allah sich ihm bemächtigen wird.“
  • In noch einem Hadith steht: „Am Tag des Jüngsten Gerichts (Jaumu-l-Qijama) werde ich diejenigen schützen, die Rücksicht auf mich genommen haben, mit ihrer Handlungsweise gegenüber meinen Sahaba.“
  • „Die Person, die Rücksicht auf mich im Umgang mit meinen Sahaba nimmt, wird in der Lage sein, mich zu erreichen, wenn ich bei Kauthar bin; während die Person, die keine Rücksicht im Umgang mit ihnen nahm, wird nicht in der Lage sein, in meine Nähe zu kommen. Er kann mich aus der Entfernung sehen.“

Sahili bin ’Abdullah rahmatullah ’alaih sagte: „Der, der die Sahaba nicht ehrt, hat in Wirklichkeit nicht an den Propheten sallallahu ’alaihi wassallam geglaubt.“

Möge Allah ta’ala mich, meine Freunde, meine Gönner, meine Bekannten, meine Lehrer, meine Schüler und alle Muslime schützen, von Seinem Zorn und von Seinen geliebten Propheten sallallahu ’alaihi wassallam Missfallen und möge Er unsere Herzen füllen, mit der Liebe für die Sahaba radiallahu ’anhum.


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