Wer ist Abu Huraira (ra)?


Dies ist die Lebensgeschichte von Abu Hurayra, einem Mann der seine Tage und Nächte in der Prophetenmoschee (Masjid an-Nabawi) verbrachte. “Der Kätzchenvater ” so wie er vom Propheten saw. bezeichnet wurde, gehörte zu den ärmeren Muslimen.Sein Name, bevor er Muslim wurde, war abdu shams. Er nahm den Namen Abdurrahman an, nachdem er Muslim geworden war. 

Eines Tages trug er eine Katze bei sich und der Gesandte Allahs, der ihn sah, fragte daraufhin: – Was ist das? 

Abu Huraira antwortete:  – Eine Katze.

Daraufhin sagte unser Prophet zu ihm ,,Der Kätzchenvater” (Abu Hureira!)

Ab diesem Tag war er mit dieser Bezeichnung bekannt, so dass sein richtiger Name vergessen wurde. Ihm gefiel es, mit dem Beinamen gerufen zu werden, welchen ihm unser Prophet der Gesandte Gottes gegeben hatte.


AN TAG UND NACHT TRENNTE ER SICH NICHT VON UNSEREM PROPHETEN

Abu Huraira wurde im siebten Jahr der Hedschra (Auswanderung) Muslim. Er war einer der armen Muslime, die in der Masjid an-Nabawi schliefen und als Ashab Suffa (Leute der Suffa) bezeichnet wurden. Er trennte sich nicht von unserem Propheten (Tag und Nacht) und versuchte, die Hadithe zu lernen, die er von ihm hörte. In den letzten drei Lebensjahren des Propheten sammelte er 5374 Hadithe zusammen mit den Wiederholungen, die er von ihm und anderen großen Gefährten hörte und überlieferte diese. Somit war er derjenige, der die meisten Hadithe von den Gefährten überlieferte. 609 seiner Überlieferungen finden sich sowohl in Bukhari als auch in den Muslim´s Sahîhs wieder. 

Für diejenigen, die ihm sagten, dass er viele Hadithe überliefert hat:

– Unsere Brüder (die Muhajirun/ die Auswanderer) waren mit ihrem Handel und Einkauf auf den Basaren beschäftigt. Unsere Brüder (die Ansar/ die Helfer) waren mit der Landwirtschaft auf ihren Dattelfeldern beschäftigt. Ich hingegen trennte mich nicht von unseren Propheten, hielt mich, als sie nicht anwesend waren, bei unserem Propheten auf und lernte die Sachen, die sie nicht auswendig lernen konnten.


Er lebte in Medina

Mehr als 800 Sahāba (Gefährten) und Tabiun (Nachfolgegeneration der Sahaba) überlieferten Hadithe von Abu Huraira.

Während des Kalifats von Omar, war er eine Weile Gouverneur von Bahrain, übernahm jedoch hiernach keine Verwaltungsaufgaben mehr und lebte in Medîne-i Münevvere. Im Alter von 78 Jahren, im 59. Jahr der Hedschra (Auswanderung), verstarb und erlangte die Gnade Allahs in Medina.

Allah swt, möge mit ihm zufrieden sein.


Hier einige Geschihten

Hadhrat Abu Huraira radiallahu ’anhu in einem Zustand des Hungers

Einmal hat Hadhrat Abu Huraira radiallahu ’anhu, nachdem er seine Nase mit einem Stück feinen Leinen abgewischt hatte, gesagt: „Seht Abu Huraira radiallahu ’anhu! Er putzt heute seine Nase mit einen feinen Leinentuch. Ich erinnere mich an die Zeit, als er zwischen der Kanzel (Mimbar) und dem Haus des Propheten sallallahu ’alaihi wassallam bewusstlos am Boden lag. Die Leute nahmen an, dass er unter Epilepsie leidet und stellten ihre Füße in seinen Nacken. Aber nichts war mit ihm, außer dass er Hungerkrämpfe hatte.“

Anmerkung: Hadhrat Abu Huraira radiallahu ’anhu musste mehrere Tage hintereinander hungrig bleiben. Manchmal wurde er vom Hunger überwältigt, so dass er bewusstlos wurde, was die Leute mit Epilepsie verwechselten. Es scheint so, als ob in jenen Tagen diese Krankheit so behandelt wurde, dass ein Fuß in den Nacken des Patienten gesetzt wurde.

Hadhrat Abu Huraira radiallahu ’anhu ist einer jener Leute, die sehr viel Geduld hatten und bescheiden waren. Mehrere Tage hintereinander litt er unter Hunger. Nach dem Tod des Propheten sallallahu ’alaihi wassallam, nachdem die Muslime einige Länder erobert hatten, schickte Allah ta’ala Erleichterung für die Muslime und auch Abu Huraira radiallahu ’anhu hatte an diesem Reichtum einen Anteil. Er beschäftigte sich sehr viel mit dem Gottesdienst zu Allah ta’ala. Er hatte bei sich einen Sack voll Dattelsteine. Er benutzte diese Steine für das Gedenken an Allah (Sikr). Sobald der Sack leer war, füllte seine Sklavin ihn erneut mit Dattelsteinen und stellte den Sack wieder zu ihm. Es war auch seine Gewohnheit, dass die ganze Nacht hindurch in seinem Haus jemand mit Gebet beschäftigt war; seine Frau, sein Bediensteter und er wechselten sich im Gebet ab. (Taskaratu-l-Huffas)

Ich habe von meinem Vater gehört, dass mein Großvater eine ähnliche Gewohnheit hatte. Bis ein Uhr in der Nacht war mein Vater damit beschäftigt Bücher zu lesen. Um ein Uhr ist dann mein Großvater rahmatullah ’alaih für das freiwillige Gebet in der Nacht (Tahadschud) aufgestanden und schickte mit Nachdruck meinen Vater schlafen. Eine dreiviertel Stunde vor der Morgendämmerung hat er meinen Onkel geweckt für das freiwillige Gebet in der Nacht (Tahadschud) und um der Gewohnheit (Sunna) zu folgen hat er sich nochmals ausgeruht.


Wie Hadhrat Abu Huraira radiallahu ’anhu Ahadith auswendig gelernt hat

Hadhrat Abu Huraira radiallahu ’anhu ist ein anderer bedeutender Sahaba. Keine andere Person hat so viele Ahadith berichtet, wie er es getan hat. Er nahm Islam im siebten Jahr nach der Auswanderung (Hidschra) an. Und weil der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam im elften Jahr nach der Auswanderung (Hidschra) starb, war er nur vier Jahre mit ihm zusammen gewesen. Die Leute pflegten sich zu wundern, wie er so viel an Ahadith in solch einer kurzen Periode auswendig lernen konnte.

Er erklärte dieses selbst und sagte: „Die Leute wundern sich, wie ich so viel Ahadith berichten konnte. Die Tatsache ist, das meine Muhadschir-Brüder im Handel beschäftigt waren und deswegen mussten sie auf den Markt gehen, und meine Ansar-Brüder mit ihrer Landwirtschaft beschäftigt waren, während ich immer mit dem Propheten sallallahu ’alaihi wassallam war.“ Und Abu Huraira radiallahu ’anhu gehörte zu den Leuten von Suffa. „Ich habe mich nicht darum gekümmert, etwas für meinen Lebensunterhalt zu erwerben; ich war mit der wenigen Nahrung zufrieden, die der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam mir geben konnte. Ich war manchmal beim Propheten sallallahu ’alaihi wassallam, als niemand dort war. Dadurch konnte ich solche Ahadith auswendig lernen, die andere nicht lernen konnten.

Ich beschwerte mich einmal beim Propheten sallallahu ’alaihi wassallam über mein schlechtes Gedächtnis. Er sagte: „Breite dein Tuch aus!“ Ich tat so. Er machte einige Zeichen mit seinen eigenen Händen auf das Tuch und sagte: „Wickele jetzt dieses Tuch um dich.“ Ich wickelte es um meine Brust. Seitdem habe ich nie etwas vergessen, an das ich mich erinnern wollte.“ (Abu Dawud, Asadu-l-Gaba)

Anmerkung: Die Leute von Suffa waren Bewohner der Moschee des Propheten sallallahu ’alaihi wassallam. Sie hatten keine regelmäßige Einkommensquelle. Sie waren die Gäste des Propheten sallallahu ’alaihi wassallam, der ihnen die Almosen (Sadaqa) übertrug und mit ihnen die Geschenke teilte, die er empfing. Abu Huraira radiallahu ’anhu war einer von ihnen. Er blieb manchmal mehrere Tage hintereinander ohne Nahrung und manchmal benahm er sich wie ein Verrückter, wegen des übermäßigen Hungers, wie wir bereits in Kapitel III gesehen haben. Trotz solcher Schwierigkeiten war er die ganze Zeit damit beschäftigt, die Ahadith des Propheten sallallahu ’alaihi wassallam auswendig zu lernen.

Deswegen sind die meisten Ahadith von ihm berichtet worden. Imam ibn Dschausi rahmatullah ’alaih hat in seinem Buch „Talqi“ geschrieben, dass von ihm 5.374 Ahadith  berichtet worden sind. Einmal berichtete er das folgende Hadith: „Eine Person, die an einem Begräbnisgebet (Dschanasa) teilnimmt, erhält ein Kirat Belohnung. Wenn er sich am Begräbnis beteiligt, erhält er aber zwei Kirat von Belohnung und ein Kirat wiegt schwerer als der Berg Uhud.“

Hadhrat ’Abdullah bin ’Umar radiallahu ’anhu hörte dieses und bezweifelte die Richtigkeit des Hadith: „O Abu Huraira! Denke, bevor du sprichst.“ Hadhrat Abu Huraira radiallahu ’anhu wurde zornig über dieses, ging zu Hadhrat ’Aischa radiallahu ’anha und sagte zu ihr: „O Ummu-l-Mu´minin, ich bitte dich, sage bei Allah ta’ala, ob du vom Propheten sallallahu ’alaihi wassallam das Hadith betreffend des Kirat an Belohnung gehört hast?“

Sie sagte: „Ja, ich habe dieses Hadith gehört.“ Hadhrat Abu Huraira radiallahu ’anhu sagte: „Während der Zeit des Propheten sallallahu ’alaihi wassallam habe ich keinen Baum im Obstgarten gepflanzt und keine Waren auf dem Markt verkaufen. Ich war immer mit dem Propheten sallallahu ’alaihi wassallam. Mein einziger Job war es auswendig zu lernen, was der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam sagte und nur zu essen, was er mir gab.“

Hadhrat ’Abdullah bin ’Umar radiallahu ’anhu sagte: „Kein Zweifel. Von uns allen, warst du der, der immer bei ihm war und folglich am besten informiert warst über den Propheten sallallahu ’alaihi wassallam.“ (Masnat Ahmed)

Trotz all dieser Verdienste sagte Hadhrat Abu Huraira radiallahu ’anhu: „Ich machte täglich 12.000 mal Istighfar (Bitte um Verzeihung).“ Er hatte ein Stück Schnur mit 1.000 Knoten. Er ging nicht schlafen, bis er nicht Subhanallah (Lob sei Allah) auf all diesen Knoten gemacht hatte. (Taskara)


7. Eine andere Geschichte über Abu Hurairas radialla-hu ’anhu Hunger

Hadhrat Abu Huraira radiallahu ’anhu sagte: „Ich wünschte, ihr hättet einige von uns gesehen, wie wir mehrere Tage hintereinander Hungersnot litten, so sehr, dass wir nicht einmal aufrecht stehen konnten. Wegen der Hungerskrämpfe, lag ich auf meinem Bauch und drückte meinen Magen gegen den Boden oder band mir Steine auf den Bauch. Einmal saß ich absichtlich am Wegesrand und wartete auf einige bedeutende Leute.

Als Hadhrat Abu Bakr radiallahu ’anhu vorbei kam, fing ich mit ihm ein Gespräch an und beabsichtigte, das Gespräch fortzusetzen, bis wir sein Haus erreichen würden und er mich einladen würde, seine Mahlzeit mit ihm zu teilen, wie es seine Gewohnheit war. Aber seine Antworten waren knapp und mein Plan arbeitete nicht. (Entweder dachte er nicht daran, oder er hat die Lage in seinem eigenen Haus gekannt, dass es dort auch nichts gibt und ihn deswegen nicht mitgenommen). Die gleiche Sache geschah mit Hadhrat ’Umar radiallahu ’anhu als er an diesem Weg vorbeikam. Der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam selbst war der nächste der vorbeikam. Ein Lächeln verbreitete sich auf seinem Gesicht als er mich sah, denn er wusste sofort warum ich dort saß. „Komm mit mir, Abu Huraira“, sagte er und ich begleitete ihn zu seinem Haus.

Er nahm mich in sein Haus, wo eine Schüssel Milch vor ihm gebracht wurde. Er fragte: „Wer hat diese Milch gebracht?“ Es wurde gesagt, dass jemand sie als Geschenk geschickt hatte. Er bat mich zu gehen und alle Suffa-Freunde einzuladen. Die Suffa-Leute wurden als jedermanns Gäste von allen Muslimen angesehen. Sie waren solche Personen, die weder Herd noch Haus besaßen und keine Mittel hatten ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Ihre Zahl schwankte von Zeit zu Zeit. Aber in diesem bestimmten Moment waren sie siebzig. Es war die Gewohnheit des Propheten sallallahu ’alaihi wassallam, dass er hin und wieder jeweils zwei oder vier von ihnen zu den wohlhabenden Muslimen als Gäste schickte. Und seine eigene Gewohnheit war, dass er das was er von irgendwo als freiwillige Almosen (Sadaqa) bekam, zu ihnen schickte und selbst nicht daran teilnahm. Wenn aber von irgendwo ein Geschenk kam, hat er auch selbst daran teilgenommen. Da der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam mich bat, alle diese Personen einzuladen, war das natürlich schwer für mich, da die Milch so wenig war, dass sie für eine einzige Person kaum genügend war. Es war mir auch bewusst, dass der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam mich bitten würde, die Milch zuerst an die anderen zu verteilen und jemand der bedient ist immer der Letzte und erhält meistens den Rest, und sicherlich würde für mich nichts übrig bleiben. Aber es gab für mich keine Möglichkeit ungehorsam zum Propheten zu sein. Deswegen ging ich und holte sie alle. Der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam sagte zu mir: „Abu Huraira radiallahu ’anhu, serviere ihnen die Milch.“

Ich gab jeder Person der Reihe nach die Schüssel und jeder trank soviel sein Herz wünschte. Danach wurde dieselbe zu mir zurückgegeben, bis alle getrunken hatten und satt waren. Der Prophet sallallahu ’alaihi wassallam hielt dann die Schüssel in seiner eigenen Hand, sah mich an, lächelte und sagte: „Nur zwei von uns sind noch übrig.“ „Richtig“, antwortete ich. „Nimm du dann und trinke, sagte er.“ Ich habe getrunken und nahm genug. Er forderte mich auf, noch mehr zu nehmen und ich nahm noch zu meiner Fülle, bis ich erklärte, dass ich keinen Platz für irgendetwas mehr hatte. Er nahm dann die Schüssel und leerte die restliche Milch aus.

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